20-jähriges Jubiläum steht vor der Tür


Gezeichnet von MF anlässlich der Olympischen Spiele 1988 in Seoul

Spätestens seit den Olympischen Spielen in Seoul 1988 wurde bei mir der Olympiawahn festgestellt. Dies geschah durch meine damalige Englischlehrerin, die bemerkte, dass während dieser zwei Wochen mein Interesse an „if-clauses“ und „modal auxiliaries“ stark nachließ bzw. komplett meiner privaten Olympiaberichterstattung auf dem klasseneigenen schwarzen Brett wich. Steffi Graf mitten in der Nacht gewinnen sehen, in ihrem Grand Slam Jahr. Die Fechter aus Tauberbischofsheim und anderswo jubeln sehen. Darauf warten, dass Florence Griffith-Joyner sich die Mega-Fingernägel abbricht. Ben Johnson siegen und dann des Dopings überführt sehen. Den Deutschland-Achter in Glanzzeiten erleben. Bei Greg Louganis‘ Knall auf das Sprungbrett schockiert von der Couch springen… man hört immer Zahlen wie „die öffentlich-rechtlichen übertragen 300 Stunden von Olympia“. Ich denke, ich kann von mir behaupten, etwa 287 davon gesehen zu haben. Der Rest war Synchronschwimmen und Boxen. Und vielleicht noch Wasserball.

Und auch dieses Jahr setzt der Wahnsinn wieder ein. Es hat lange gedauert, bis ich mich habe anstecken lassen – Kerner hat es geschafft mit der Sendung zu den besten olympischen Momenten. Da brach der Damm, der vorher schon nicht der stabilste war, hätte ein Boykott der Spiele doch aller Wahrscheinlichkeit nach endgültig das Ende aller Beziehungen innerhalb meiner deutsch-chinesischen WG bedeutet. Nun bin ich eingeladen, die Eröffnungsfeier im Kreise der Chinesen in Poppelsdorf zu verfolgen und werde im Geist der Spiele an einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen hier arbeiten. 😉 Ja, ich unverbesserlicher Optimist.

Zwar werde ich meinen Lebensrhythmus nicht komplett umstellen wie einst zu Nagano (schlafen ab 20 Uhr, aufstehen um 3 Uhr, zwei Wochen im Adrenalinhoch durchhalten, im Nachbarn im Stockwerk drunter des nächtens einen Verbündeten finden – TOOOOOOORRRR! – und schließlich doch zusammenbrechen, siehe oben), aber einige Highlights werde ich mir rauspicken und mal sehen, ob der ein oder andere Urlaubstag drin ist, trotz aller beruflich bedingten Widrigkeiten (wer konnte nur auf den Gedanken kommen, unser alljährliches Mammut-Audit in diesen Zeitraum zu legen?? Unglaubliche Kurzsichtigkeit und/oder mangelndes Interesse an sportlichen Großereignissen…)


Eines von zahlreichen offiziellen Olympia-Briefmarkensets

Meine am weitesten zurückliegenden Erinnerungen habe ich im zarten Alter von 8 Jahren gemacht, anlässlich der olympischen Winterspiele in Sarajewo. Das einzige, woran ich mich da allerdings wirklich erinnere, ist das Maskottchen, der heulende Cartoon-Wolf, der der Auftakt zu jeder Übertragung war: „SARAJE-WOOOOOOOOOOO“ (und, erschütternderweise, die Kür von Jayne Torvill und Christopher Dean, die mich Jahre später zum Kauf einer von zwei Klassik-CDs in meinem Besitz bewegte). In diesem Jahr gibt es gleich 5 Maskottchen, die ich persönlich ästhetisch nicht so gelungen finde – eine in unserer WG einvernehmliche Meinung. Gut wiederum finde ich die (Bedeutung der) Namen. Der Typ ganz links heißt Beibei, dann kommt Jingjing, gefolgt von Huanhuan und Yingying und rechts außen Nini. Diese Namen bilden den Satz „Beijing huan ying ni“. Vielleicht schreibt man da noch was zusammen, das weiß ich nicht. Jedenfalls heißt das: „Willkommen in Beijing“. Dass die Namen alle doppelt sind hat einerseits den Hintergrund, dass sich einsilbige Namen im Chinesischen nicht so gut anhören und andererseits hat das einen verniedlichenden Effekt. Ich hoffe nur, die Eröffnungsfeier ist nicht nur niedlich…

Also, einen genauen Zeitplan habe ich schon, die Planung kann beginnen… irgendwie kommt mir nun eine Zeile von Mr. Winterbottom aus Dinner for one in den Sinn: „I now declare this bazaaaaaaar open“….
Schönes Wochenende!
Barbara

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