Focus: Basalt

Manche Leute brauchen schicke Apps oder komplizierte Software zur Bildbearbeitung… mir reicht eine verdreckte Linse. Sieht auch aus, als flöge Konfetti durch die Luft, an diesem Karnevalssamstag, von dem man eigentlich nichts merkt. Mich jedenfalls hat es, inspiriert vom Eifel Explorer, nach Hoffeld verschlagen. Nicht, dass es weit wäre oder anderweitig größerer Planungen bedurft hätte – aber manchmal muss man halt zu seinem Glück gezwungen werden.

Some people need fancy apps or complex software for image manipulation… I make do with a dirty lens. It somehow looks like confetti is in the air, on this Saturday in carnival that goes by practically unnoticed. Anyhow, the Eifel Explorer inspired me to go to Hoffeld. Not that it was far away or otherwise needed a lot of planning – sometimes you just need to be pushed.

Der Hoffelder Kopp, genauer: der Burgkopf in Hoffeld, ist eine ehemalige Vulkankuppe, an der weit über 150 Jahre hochwertigster Basalt abgebaut wurde. Die Tatsache, dass ich heute zum ersten Mal da war, obwohl ich ungefähr 6 km entfernt aufgewachsen bin UND mein Vater dort in grauer Vorzeit mal gearbeitet hat, hat mich heute ziemlich geschockt. Besonders als ich rausfand, dass man im ehemaligen Windenhaus anhand zahlreicher Infotafeln ziemlich interessante Dinge erfahren kann. Bis 1984 lief der Betrieb – vielleicht war das dann auch einfach nur eine Industriebrache, als ich Kind war… wie auch immer.

The „Hoffelder Kopp“, or Burgkopf in Hoffeld, is a former volcano where high quality basalt was mined for more than 150 years. The fact that today marks my first visit there is baffling to downright shocking, considering that a grew up a mere 6km away AND that my father used to work there for a while many moons ago. More so when I realized that you can actually learn a lot about it at the former winch house, which now features a number of info panels. It was operational until 1984 – maybe it wasn’t really much more than industrial wasteland when I was a kid… anyhow.

Mit am interessantesten fand ich, wie lange die Mechanisierung auf sich warten ließ. Bis zu 12m hohe Basaltsäulen wurden einzeln rausgebrochen… dann wiederum kein Wunder, dass der Abbau der ersten von insgesamt sieben Sohlen wohl länger gedauert hat, als der ganze Rest. Die Art der Nachfrage änderte sich zwar (von Basalt zur Herstellung von Grenzsteinen, über Wegebau, Gleisbettung und Pflastersteinen, dem Bau des Nürburgrings, dem Bau des Hindenburgdamms nach Sylt, dann auch des Westwalls hin zu Basaltschotter und Splitt für die quasi hauseigene Teermischanlage). 72m tief ist der entstandene Krater, der sich nach Stillegung mit Grundwasser gefüllt hat. Eine der Infotafeln zeigt diese Abbildungen:

One of the most interesting things was to realize just how long it took for mechanization to take hold. Basalt pillars up to 12m in height were manually extracted… with that in mind, it is not surprising that the disappearance of the first of the seven beds took longer than all the rest combined. The nature of the demand kept changing through time (from basalt for landmarks to road and railroad construction, pavements, the construction of the Nürburgring race track or the Hindenburg Dam connecting Sylt to the mainland, the Siegfried Line and later gravel and grit for the asphalt production they had on-site). The resulting crater is 72m deep and slowly filled with groundwater after extraction stopped. One of the info panels shows these photos:

Faszinierend fand ich auch die Tatsache, dass es eine eigens eingerichtete Frachtbahn zum Bahnhof nach Ahrdorf gab, die nach dem System der Straßenbahn in San Francisco arbeitete: die schwerbeladenen Waggons wurden per Schwerkraft zum Bahnhof bewegt, während die geleerten Waggons in diesem Kreislauf automatisch wieder nach oben gezogen wurden. Wie auf der Luftaufnahme zu sehen, sieht man eigentlich nichts mehr und man könnte den See auch für ein Maar halten. Wenn da nicht hier und da dann doch noch Reste rumstünden.

I was fascinated by the fact that there had actually been a freight rail to the train station in Ahrdorf which worked the same way as the streetcars in San Francisco do: the heavy cars were sent downhill using only gravity while the empty ones made their way back automatically in this circular system. As you can tell from the aerial photograph above, you can’t really see much of its history any more and the lake might as well be a regular maar (a kind of volcanic lake very common around here). If it weren’t for a few overgrown left-overs here and there.

Leider kann man nicht wirklich an den See und schon gar nicht schwimmen – es sei denn, man ist Mitglied im Angelsportverein Hoffeld… auch wenn die Beschilderung Fragen ob der Betätigung der Mitglieder aufwirft 😉

Unfortunately, you can’t get near the lake anymore, much less swim in it – unless you are a member of the fishing club of Hoffeld… even though the sign („No Fishing! The Fishing Club of Hoffeld“) makes you wonder about the true intentions of said fishing club 😉

Aber der See sieht auch vom kleinen Aussichtspunkt wunderschön aus. Leider lud die Temperatur heute ja nicht zum Verweilen ein…

But there’s a nice view of the lake from a small viewpoint. Unfortunately, today’s temperatures did not exactly invite to linger…

Auf der zweiten Hälfte (oder dem letzten Drittel) des Rundwegs hat man dann auch noch einen wunderbaren Blick auf die Nürburg:

On the second half (or the last third) of the circular walk you can enjoy a great view of the Nürburg castle:

Aber jetzt ist’s Schlafenszeit! Habt einen schönen Sonntag und auf bald

But now it’s bedtime! Have a wonderful Sunday and see you soon

Barbara

 

3 Kommentare zu “Focus: Basalt

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