Schokoladensucht / Chocolate addiction

Kurz vor Weihnachten erhielt ich einen Blauen Brief udn nachdem der erste Schreck überwunden war stellte ich fest, dass ich zum Nachsitzen in der Genuss-Schule in Alfter aufgefordert worden war. Ein Stundenplan lag auch bei, so dass ich zwischen verschiedenen Themen und Terminen wählen konnte. Lieber ein Abend zu Olivenöl und seiner Herkunft? Oder „Sinn und Sinnlichkeit“ zum Thema Gewürze? Ich war versucht, mal was anderes zu machen, aber genauso, wie ich beim Italiener auch immer ein Spaghetti-Eis bestelle, fiel die Wahl des Süchtigen hier auf das Seminar „Süße Verführung“, der Themenabend Schokolade.

It was a few days before Christmas when I received a „blue letter“ (a letter from school heralding bad news) but when I had recovered from the shock I realized that I was summoned for detention at Genuss-Schule in Alfter. A class schedule was enclosed so I could choose between different subjects and dates. Maybe an evening on olive oil and its provenance? Or „Sense and sensibility“ about spices? I was tempted to experiment but just as I will always choose the spaghetti plate at the Italian ice-cream parlor, the addict chose „Sweet temptation“, a seminar on chocolate.

Für eine Außenaufnahme des schönen Schulgebäudes Baujahr 1848 war es leider schon zu dunkel. Da ich ein bisschen früh dran war, habe ich erstmal durch’s Fenster reingespingst und es sah vielversprechend aus. Spätestens, als die Tür dann aufging und an selbiger innen ein stilisierter Elch zutage trat, war gesichert, dass man hier unter gleichgesinnten weilen würde.

It was a little dark to take a picture of the beautiful old school (1848) but as I had arrived early I took a glimpse of the interior from the outside and it looked promising. What ever doubt there might have been was dispersed when the door opened and a stylized moose was found on the inside – I would be among like-minded folks.

Ein schön eingedeckter Tisch für 10 Teilnehmer und alles im „Schulmotto“: ein Spickzettel für Notizen, später ein Zeugnis und ein Fleißheft – wenn man den Abschlusstest denn bestanden hat. Angekündigt waren ca. 2,5 Stunden, am Ende waren es dann über 3,5 – und in einem Zustand geistiger Umnachtung hatte ich vorher gegessen…

A beautifully laid table for 10 participant, all in the „school theme“: a cheat sheet to take notes, later a report and a bonus card for good work – if you passed the exam. Scheduled to take about 2.5 hrs it ended up taking more than 3.5 – I must have had a brainstorm to eat dinner at home…

Denn es gab ja nicht nur das eine oder andere Stück Schokolade zwischendurch, nein, nein, weit gefehlt. Mit einem leckeren alkoholfreien Aperitif ging’s los und dann in den sog. Genusspausen während des sehr interessanten Vortrags zu Geschichte, Verbreitung, Verarbeitung u.a. gab es ein ganzes Menü. Zur Unterstützung des Blutzuckers in rascher Folge ein „xocoatl“, eine warme Schokolade angelehnt an ursprüngliche Darreichungsformen, hier mit Honig, Nelke, Chili und Vanille gewürzt. Zum Ende der geschichtlichen Einordnung dann eine Steckrübensuppe mit Schaum weißer Schokolade nebst Nougatpraline. Das Wissen zu Verbreitung, Sorten und Verarbeitungsschritten wurde dann von einem Kartoffel-Schokoladen-Ragout mit Hähnchenbrust und Cremolata (göttlich!) belohnt, bevor das dicke Ende durch ein warmes Schokoladentörtchen (innen flüssig… mmmmhhh…) mit Kirschen und Minze markiert wurde.

Because it wasn’t just the odd piece of chocolate here and there, no, no – far from it! We started out with a yummy non-alcoholic aperitif and moved on to a whole 4-course dinner that was served in the so-called „pleasure breaks“ during the presentation on history, prevalence, processing etc. To help concentration the aperitif was quickly followed by a „xocoatl“, a hot chcocolate likened to the original way of consumption, spiced with honey, chili, clover and vanilla. At the end of the take on history we were served rutabaga soup with a foam of white chocolate and a nougat praliné. We continued to earn the main course of potato-chocolate ragout with chicken breast and cremolato (divine!) by learning about prevalence, varieties and details on processing. We were finally awarded with a dessert of a warm chocolate muffin (liquid center… mmmmhhh…) with cherries and mint.

Unabhängig vom Fleißheft und der Tatsache, dass es auch interessante handgearbeitete Karten zu erwerben gibt, werde ich mich dort wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft mit Freude nochmal zu einer Runde nachsitzen anmelden. Die Frage, die sich stellt: hätten wohl alle Schokoladenseminare die gleiche Menüfolge?? Wenn nicht, könnte es passieren, dass ich mich zum Schokexperten ausbilden lasse und mir Öl, Essig und Gewürze gestohlen bleiben können 😉

I can see it happening: gladly signing up for another round of detention there, absolutely independent of the state of my bonus card and the fact that interesting handmade cards were on offer as well. One question remains: do all seminars on chocolate have the same 4-course menu?? For if not I just might pursue a training to become a chocexpert and just forget about oil, vinegar and spices 😉

Kranke Menschen / Sickos

Wie krank muss man sein, um die Angaben aus einer Todesanzeige zu nutzen, um sich damit eine Identität bei einem bekannten Online-Auktionshaus zu beschaffen? So dass die Betroffenen, kaum zwei Wochen nach dem Verlust eines lieben Menschen, den Tag am Telefon mit betuppten Käufern verbringen, in der Hotline des Auktionshauses, auf der Suche nach einem Faxgerät, auf einer Polizeidienststelle, um Anzeige gegen unbekannt zu erstatten. Ich frage euch: wie krank?

How sick do you have to be to use the details of an obituary to create an identity with a well-known online auction house? So that the bereaved – after the loss of loved one not even two weeks ago – need to deal with deceived buyers on the phone, wasting time on the auction house’s hotline, looking for a fax machine and being at the police station to report the whole incident. I’m asking you: how sick do you need to be?

Es trägt auch nicht zur Verbesserung meines geistigen Wohlbefindens bei, wenn die Stadt dann auch noch einen Haufen bizarre Bilder zu bieten hat…

It doesn’t exactly help, either, when it comes to keeping one’s sanity, when there’s a number of bizarre sights in the city…