Hiking in… CINQUE TERRE | Day Two

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Was den Fußballnachwuchs an der ligurischen Küste angeht, dachte ich schon, es gäbe außer dem Kirchenvorplatz doch noch eine Trainingsstätte in Riomaggiore, aber nein: Fußballspielen explizit verboten. Ich bin morgens schon vor der anstehenden Wanderung unterwegs… bin einfach zu früh wach. Das muss sich dringend wieder ändern. Die Post liegt auf dem Weg und macht um 8:20 Uhr auf (ja, nicht 8:15, nicht 8:30!), die Stadtreinigung ist unterwegs und auch sonst lassen sich hier und da interessante Dinge finden.

I briefly thought I had found a second spot for training (in addition to the square in front of the church) and that there was hope for the junior soccer players along the Ligurian coast but no: soccer play explicitly prohibited. I’m out and about rather long before the actual hike… I just wake up way too early. That has to change again soon. The post office is on my way to practically anywhere and opens at 8:20 (yes, not 8:15, not 8:30!), street cleaning is going on and there are always a few interesting things to see.

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Die Smartphone-Besitzer unter uns brachten die Statistik des Vortags mit: 22.490 Schritte bei 161 Stockwerken. Heute ging es zum Start wieder nach Monterosso, allerdings mit dem Zug. Von dort dann nach Vernazza und nach der Mittagspause weiter nach Corniglia. Wie es nicht anders sein kann, startete auch diese Wanderung mit einem heftigen Anstieg – das ist morgens wirklich nochmal eine besondere Herausforderung, hoch in die Weinberge.

We were informed about yesterday’s statistics by the smartphone users amongst us: 22,490 footsteps and 161 floors climbed. This morning brought us back to Monterosso but this time by train. Destination Vernazza for lunch break and then on to Corniglia. And again the day started with an intense ascent – it really is a special challenge first thing in the morning. This time it was through vineyards.

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Der Wein kann nicht teuer genug bezahlt werden, soviel ist nach der Plackerei klar! Aber soviel gibt es auch gar nicht mehr. Offenbar wurde allein in den letzten 15 Jahren mehr als die Hälfte der Weinberge aufgegeben. Die Bewirtschaftung im Cinque Terre Nationalpark (ob nun als Weinberge, Olivenhaine oder was auch immer), im Rahmen derer die Terrassierung inkl. der über 6.700 km Trockenmauern gepflegt wird, ist aber eigentlich die Voraussetzung dafür, dass dieses Weltkulturerbe als solches erhalten werden kann. Sonst wird alles einfach überwuchert. Schon jetzt ist an vielen Stellen von der Terrassierung nicht mehr viel zu erkennen. Touristen können Weinberge für 20 Jahre „adoptieren“ und entweder unter Anleitung selbst entsprechend bewirtschaften oder gegen Bares von einer Kooperative pflegen lassen.

You can’t really pay too much for the wine, that’s what we felt walking up the mountain. But there isn’t all that much any more anyway. I understand that more than half of all areas used for wine or rather grape cultivation has been abandoned over the past 15 years alone. The agricultural cultivation in Cinque Terre National Park (be it vineyards, olive groves or others) is essential to ensure that this Cultural Heritage can be saved: the terraces and more than 6,700 km of dry stone walls need to be taken care of on a regular basis or else will quickly be overgrown and disintegrate. There are large tracts already where you can only guess at the terracing. Tourists can now „adopt“ a vineyard and either be taught to cultivate it themselves or pay a cooperative to have it taken care of.

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Diese Wanderung wurde auch dadurch anstrengend, dass sie einer Autobahn im Ferienverkehr glich. Relative Menschenmassen, mal mehr, mal weniger gut auf eine Wanderung vorbereitet, schoben sich durch die Berge. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Tatsache, dass diese Route quasi als „Küstenpfad“ geführt wird mit dazu beiträgt, dass Leute sich darauf einlassen und in Flipflops und Bikini unterwegs sind.

This hike was also challenging because it felt like being on a major highway at the start of summer vacation. Quite a crowd out there on the paths, some more, some less well prepared for it. I’m pretty sure that the fact that this section is basically called a „coastal trail“ has something to do with people thinking it’s a nice stroll to do in flipflops and a bikini.

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Allerdings hat mich auch das nicht auf den Wahnsinn in Vernazza vorbereitet. Dieser Ort ist absolut überrannt von Touristen, die von den Fähren einfallen wie die wilden Horden. Und dabei ist die Hochsaison vorbei. Ich bin wirklich jemand, der gerne durch Städtchen streift (und mir ist vollkommen klar, dass ich auch ein Tourist bin), den Markt besucht, in so ziemlich jedes einzelne Geschäft guckt – das war zuviel hier. Ich habe mich nur noch auf eine halbwegs ruhige Kaimauer gerettet. Linkerhand eine deutsches Ehepaar, er: „Das ist viel zu viel Trubel hier.“ Rechterhand eine amerikanische Familie, der etwa 40-jährige Sohn, der vielleicht als Austauschstudent Italien bereist hatte und der Familie nun all die schönen Orte zeigen will, sagt nur erschüttert: „Das kann man kaum glauben, dass das ein richtig verschlafener Ort war, als ich hier war…“ Nach dieser Erfahrung bin ich soweit zu sagen: ja, zumeist wunderbares Wandern mit fantastischen Aussichten – aber spart euch das. Das ist vollkommen irre.

Nothing prepared me for the insantiy of Vernazza, though. This little town is in the iron grip of the tourist hordes who invade by the hundreds from the ferries. And it’s not even high season anymore. I truly enjoy exploring little towns like this (and full well realize that I am a tourist, too), checking out the farmer’s market and just about every single little boutique – but this was just too much. I found a somewhat quiet spot out on the breakwater. A German couple was sitting to my left, he said: „The hustle and bustle here ist too much.“ To the right an American family, the maybe 40-year old son, who may have brought his parents to finally see all the beautiful spots he’d experienced as an exchanged student many moons ago, shaking his head in disbelief saying: „Seeing this you can’t believe that this was a sleepy little village when I was here, can you?“ After Vernazza I’m inclined to say: yes, very nice hiking with spectacular views – but pass on it. It’s insane.

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Auf nach Corniglia, dem einzigen der fünf Orte, der nicht in dem Sinne am Wasser liegt:

On to Corniglia, the only of the five towns that isn’t exactly by the sea:

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Und Corniglia hat es ein bisschen wieder rausgerissen. Vielleicht war die letzte Fähre schon weg, als wir ankamen, jedenfalls konnte man den Ort in manchen Teilen ungestört erkunden und so u.a. auf das beste Pistazieneis überhaupt stoßen (bei Alberto… da waren sogar ganze Pistazien drin) oder ein Kaltgetränk auf einer Terrasse hoch über dem Meer einnehmen.

Corniglia made up for it a little bit. Maybe the last boat had already left when we arrived? I was almost by myself exploring parts of the town and among other things discovered the best pistachio ice-cream ever (at Alberto’s… whole pistacios even!) or cold drinks on a terrace with a breathtaking view high above the ocean.

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Allein der Weg zum Bahnhof ist den Besuch wert: der liegt nämlich im Gegensatz zum Ort mehr oder weniger auf Meeresniveau und man erreicht ihn über eine nicht enden wollende Zickzack-Treppe. Ich bin ja eigentlich ein obsessiver Treppenstufenzähler, aber ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. Man ist minutenlang nur mit dem Treppenabstieg beschäftigt. Frag mich nicht nach barrierefrei… auf mich wartete „daheim“ in Riomaggiore noch der Turm des Kölner Doms – wohin eigentlich, zumindest vom Level der Kirche aus, ein Aufzug geht. Aber das scheint mir eine Bauruine zu sein, bzw. an der TÜV-Abnahme gescheitert oder so. Doch nun: buona notte!

Experiencing the descent to the train station alone is worth the visit: it’s basically on sea level and you reach it via a never-ending zig-zagging staircase. I’m usually a bit obsessive about counting steps but somehow I couldn’t concentrate anymore. Getting down takes minutes. „Easy access“ is not exactly a buzz word here… and „at home“ the ascent of Cologne cathedral was waiting for me. I discovered that there is actually an elevator, at least for the distance between the church and the level my apartment is on. But it looks like it is unfinished or possibly didn’t pass the final inspection? Ah, well… buona notte!

Barbara

Ein Kommentar zu “Hiking in… CINQUE TERRE | Day Two

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