Apricot, ein Hauch ins Lachsfarbene – so hellorange quasi

In der vergangenen Woche war ich zum ersten Mal seit der Oberstufe (glaube ich??) mal wieder in einem Musical. Zu Weihnachten hatte mir meine Schwester in einem schwer zu verkraftenden Anflug von Kreativität in der Geschenkefindung eine Karte für SPAMALOT geschenkt, dem Musical, das auf dem Film Die Ritter der Kokosnuss von Monty Python aufbaut. Als Fan des Flying Circus und Das Leben des Brian („Wir haben noch ganz vielen HINTEN im Haus!“) war das soweit hergeholt nicht – aber die Ritter hatte ich noch nicht gesehen. Das jedoch holte ich vorbereitend nach… und war nicht wirklich begeistert, eher abgestoßen. Oh je, was sollte daraus werden? Im Musical Dome angekommen, musste meine Schwester entgeistert feststellen, Karten für die letzte Reihe erstanden zu haben. Das machte ihr schwer zu schaffen – bis zu Beginn der Vorstellung entfuhr ihr immer wieder ein kopfschüttelndes „Te! Letzte Reihe…“ Es stellte sich jedoch als Segen heraus, so mit Blick auf die Dezibel. Und dann war ich doch angetan. Vielleicht kam bei mir nach langer Musical-Abstinenz ja auch eine gewisse Naivität zum Tragen, aber das Bühnenbild und alles, was damit zusammenhängt, hat mich fasziniert. Die Show als ganzes hat Stimmung gebracht und das vor vollem Haus mitten in der Woche. Kümmert es die Deutschen nicht oder sind wir einfach noch nicht so weit??

Ein Schnäppchen ignorieren ist einfach nicht der American Way
Joe Queenan

Jane Fonda war seit 1963 nicht mehr auf dem Braodway zu sehen. Folglich hätte man erwarten können, dass das Publikum in Massen die Gelegenheit nutzen würde. Es sieht nicht danach aus. Die Ticketpreise sind schon halb oder noch weiter reduziert. „Warten auf Godot“, mit dem unerschütterlichen Broadway-Fan Nathan Lane in der Hauptrolle, hat noch nicht mal Premiere gefeiert und schon können Tickets ab 24,95$ gekauft werden.
Godot kann warten. Theaterbesitzer nicht. Die Auswirkungen der Rezession machten sich im vergangenen Monat bemerkbar, als 11 Stücke schlossen. Einige, wie die Komödie „Boeing-Boeing“, kam zu einem natürlichen Ende, aber andere waren ein Schock. „Gypsy“, Mit Braodway-Ikone Patti LuPone in der Hauptrolle, wäre normalerweile eine Goldgrube, die mindestens ein Jahr laufen würde. Nach 10 Monaten war Schluss. Das neue Musical von Mel Brooks, „Young Frankenstein“, eine lahme Show, in anderen Zeiten immun gegen Kritiker, war auch ein Reinfall.
Viele von uns haben das kommen sehen. Im Januar 2008 habe ich Tom Stoppard’s raffinierte Show „Rock’n’Roll“ gesehen. Das Haus war weniger als halbvoll. Von da an bin ich ungefähr einmal im Monat im Theater gewesen und habe die wahnwitzig niedrigen Ticketpreise ausgenutzt – ein Chance, die so schnell nicht wieder kommt. Ich habe Ian McShane in einer Neuauflage von „The Homecoming“ gesehen, Ciarán Hinds und David Morse im gut angekommenen Drama „The Seafarer“, Marisa Tomei in einer Neuinterpretation von „Top Girls“ und Morgan Freeman und Frances McDormand in „The Country Girl“. Ich habe nie mehr als 35$ bezahlt.
Ich mag Theater noch nicht mal besonders. Ich bin einfach ein finanzieller Patriot. Ich sehe, wie meine Landsmänner ihre Portemonnaies eng an sich drücken und darauf warten, dass die vier Reiter der Apokalypse herangaloppiert kommen. Ich sehe Feigheit, wo Mut, Schüchternheit, wo Frechheit sein sollte. Es ist einfach nicht der American Way voll in die Bremsen zu treten, ein Wahnsinnsschnäppchen abzulehnen, das Geld in der Tasche zu behalten.
Ich bitte meine Landsleute nicht, Geld für Dinge auszugeben, die sie nicht brauchen. Ich bitte sie, ihr Geld unters Volk zu bringen. Ich bin bereit, meine lebenslange Abneigung gegen Andrew Lloyd Webber aufzugeben. Vielleicht wird die Lage noch so verzweifelt, dass ich mit Enthusiasmus dazu aufrufe, die Musik von Billy Joel und Phil Collins zu kaufen.
Bedenken Sie, dass eine sterbende Musikwissenschaftlerin, die sich mit Beethovens Besessenheit in der Komposition der „Diabelli Variationen“ befasst, nicht die Rolle ist, die Jane Fonda auf den Leib geschrieben wurde. Aber ich werde sie mir trotzdem ansehen.

Originaltext “Ignoring a deal is just not the American Way” von Joe Queenan erschienen in der Kolumne „My two cents“ im Guardian Weekly 27 Feb – 5 March, 2009. Eigene ad hoc Übersetzung.

Und was den Urlaub in dieser Woche angeht fragte man mich schon: „Was machst du im nächsten Urlaub, wenn du alle Zimmer durchrenoviert hast?“ Hm. Wahrscheinlich umziehen. Aber im Ernst, zurzeit würde ich am liebsten dem ganzen Tag im Flur verbringen, fantastisches Licht, wunderbar „warme“ Wände – man muss sich den Frühling halt ins Haus holen, wenn er selber nicht so richtig will. Im schwedischen Möbelhaus meines Vertrauens bekam ich auch einmal alles, was auf meiner Einkaufsliste stand und war dann freudig überrascht, die Expresskassen vorzufinden, an denen man sich selber abkassiert. Die waren mir aus amerikanischen Supermärkten schon bekannt, aber hier fand ich das noch praktischer, denn niemand außer mir wollte sie benutzen – also auch noch ein Einkaufserlebnis ohne Schlangen bis in die SB-Halle! Allerdings auch ohne die obligatorischen Fleischbällchen, denn so allein macht das dann doch keinen Spaß.

Ich musste mich im Laufe der Woche etwas aufraffen, aber als das dann einmal geschehen war, konnte ich das Streichen und PUTZEN der gigantischen Oberlichter über der Wohnungstür (ekligerweise wahrscheinlich das erste Mal seit ca. 10 Jahren, Details auf Anfrage) an einem Tag erledigen. Da nichts ohne Probleme geht, musste ich beim Abmontieren der alten Lampe feststellen, dass das Stromkabel wahrscheinlich vom alten Edison höchstselbst installiert wurde und unter Umständen in nicht allzu ferner Zukunft das morsche Gebälk abfackeln wird. Nachdem ich die Sicherung wieder reingelegt habe, war kein DSL mehr da – der Zusammenhang ist mir weiter unklar. Aber da war ja mal der Waserschaden im Schlafzimmer, nach dem das Telefon im Flur kaputt war. Mysterium Altbau. Also ging ein Nachmittag drauf mit Anrufen bei der pinken Service-Hotline und einem Besuch im „Punkt“, wo mein Router getestet und als noch vollkommen funktionstüchtig befunden wurde. Der Techniker war für zwischen 17 und 20 Uhr angekündigt… und gegen 16 Uhr war auf einmal wieder DSL da. Am folgenden Tag das gleiche Spiel noch mal beim Anbringen der neuen Lampe. Und was macht man nur, wenn aus der Decke drei Kabel kommen, in der neuen Lampe aber nur zwei Anschlüsse sind????? Papa anrufen…

Bevor ich zu den unglaublichen voher-nachher-Aufnahmen komme, noch schnell ein wichtiger Hinweis: sollte sich jemand mit dem Gedanken tragen, den Schuhschrank SANDNES zu erwerben und ohne fremde Hilfe zusammenbauen zu wollen – viel Glück! Aus der Anleitung geht leider nicht hervor, wo oben, unten, links oder rechts ist. Ich war schon der festen Überzeugung, einen unvollständigen Satz erworben zu haben, an dem jemand zusätzliche Bohrlöcher angebracht hatte – nicht ganz unwahrscheinlich, da es sich um das letzte, offensichtlich schon einmal verkaufte Paket handelte… Darüber hatte offenbar schon einmal jemand verzweifelt. Naja, aber hat man das mit den „Himmelsrichtungen“ einmal ausbaldowert, handelt es sich höchstens noch um 129 Schrauben. Alles kein Hexenwerk. Und so sieht es hier jetzt aus:

flur-vorher-nachherÜber den Schuhschrank soll noch eine „Hutablage“ mit Haken… aber die erworbene erscheint mir nun zu monströs.
I was going to put a „hat rack“ with coat hooks above the shoe cupboard… but the one I bought now seems too bulky.

Macht’s gut! Schönes Wochenende
Barbara

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