Nikolaus!!!!


Boston Globe, 04.12.2008

Der Advent schreitet voran, heute ist schon Nikolausabend! Und ich habe die Schuhe noch nicht geputzt! Aber immerhin schon das Schuhfett besorgt für mein Experiment mit Murphys Gesetz… Das war so… Vor einigen Wochen, vielleicht sogar Monaten, habe ich einen Traum von Winterschuh gefunden, ich will es mal als „rustikale Stiefelette“ beschrieben, obwohl sich das gerade wie ein Widerspruch in sich anhört. Ich war sicher fünfmal im großen Schuhladen in der Innenstadt und habe sie immer wieder anprobiert und immer wieder zurückgestellt, denn sie waren geradezu dekadent teuer. Ganz rational bin ich die Sache angegangen: ich HABE ja noch Winterschuhe, die mir auch sehr gut gefallen – also werde ich da einfach die Absätze erneuern lassen und dann sind die für diesen Winter auch noch gut. Gesagt getan. Eine Woche habe ich die alten Schuhe noch getragen, dann brach die Sohle, in der Mitte durch. Selten habe ich mehr geflucht. Natürlich waren die anderen Schuhe nicht mehr da und auch in jedem einzelnen Schuhladen in Bonn nicht mehr aufzutreiben. Aus Verzweiflung gab ich mal den Namen des Herstellers in eine bekannte Suchmaschine ein – und der erste Treffer war ein Online-Shop, den ich eigentlich nur mit Büchern, manchmal noch mit DVDs verbinde. Und da gab’s sie noch! Zum gleichen Preis! In allen Farben und Größen, die es geben könnte… und dann habe ich sie eben doch noch gekauft – und es bislang auch noch nicht bereut.

Sie machen sich sehr gut dieser Tage, besonders bei ausgedehnten Ausflügen auf den Weihnachtsmarkt und ähnliche Anlässe. Man steht auch noch gut, wenn man sich auf der Suche nach dem passenden Likörchen im Essig- und Öl-Laden von Bratapfel- über Pflaumen- hin zu Schokoladenkirschlikör durchdegustiert hat und feststellt, dass man besser mal wieder den nächsten Reibekuchenstand aufsucht, bevor man weiter macht, denn nach 4 Stunden Shopping stimmt die Basis einfach nicht mehr. Und schließlich müssen wir noch fit bleiben und die ca. 430 Rum-Pilze glasieren, wenn wir heimkommen!


Gestern Abend schlug die Zeit der ersten Glühweinschnitten und danach machte ich eine revolutionäre Entdeckung im Internet: Paket-Porto zum Selbstausdrucken, was den nicht zu verachtenden Vorteil hat, dass ich das Paket dann einfach im Tabakladen um die Ecke abgeben kann und nicht in der Hauptpost 45 Minuten in der Schlange, die bis zum Riesenrad am Beethoven geht, stehen muss.

Diese revolutionäre Entdeckung wurde jedoch überschattet von neuen Enthüllungen zur chinesischen Bildungselite. Man hatte sich zur gemeinsamen Bereitung von Lasagne zusammengerauft und das Gespräch kam auf Frauen mit verrückten Doppelnamen und was Doppelnamen überhaupt sollen. Diese Frage stellt sich mir bei so malerischen Beispielen wie Waldhausen-Apfelbaum oder Leutheusser-Schnarrenberger ja auch immer wieder und erfreut stellte ich fest, dass sich das bei deutschen Biathletinnen nicht so entwickelt hat (auch wenn ich mich Minuten fragte, wer Martina Beck und Simone Hauswald sein könnten…). Aber zurück zur sinologischen Sichtweise. Ich holte dann etwas aus von wegen Emanzipation etc. pp. – das man sich halt irgendwann mal gefragt hat, warum es denn immer der Name des Mannes sein muss. In China behält die Frau ihren Namen (wenn sie will) und für die Kinder erübrigt sich doch die Frage: weil die Kinder doch immer fast ausschließlich die DNA des Mannes in sich tragen! Dann sollen sie doch auch den Namen haben… Ich weiß dann immer nie, wo ich anfangen soll…

Auf ins zweite Adventwochenende!
Viele Grüße von Barbara

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