Keinohrhasen

Ja, ich habe einen Lauf – ich war schon wieder im Kino und schon WIEDER total kurzfristig. Anruf, Zusage, Bus gekriegt. Endlich hat es mit Keinohrhasen geklappt. Und wie schön, dass es so war. Vorher war ich ja auch hin-und hergerissen… gute, sehr gute Kritiken… aber dann dieser Til Schweiger. Der war, wie sich im Laufe der fehlgeschlagenen Verabredungsversuche herauskristallisierte, wirklich häufig auch bei anderen der Grund für die Absage: „Wenn ich den schon höre, das ist so abtörnend!“ …. „ich gehöre zu den wenigen Frauen, die Til Schweiger von der Bettkante stoßen würden, ich würde sogar ein Abendessen mit ihm ausschlagen…“

Dann war gleich die erste Szene zum Wegschmeißen. Jürgen Vogel spielt Jürgen Vogel – der nach einem Aufenthalt mit einem Lebensberater in den USA generalüberholt dem Journalisten Ludo (Schweiger) und einem Fotografen der „BILD-Zeitung“ ein Interview gibt: Zähne gemacht, lange blonde Haare, braunst gebrannt, silikonverstärkter Allerwertester – und er habe gelernt, dass es auf das Äußere ankommt, denn wenn man sich mit seinem Äußeren wohlfühlt, kommt der Rest von ganz alleine.

Kinderhasser und in seiner Selbsteinschätzung frauenbeglückender überzeugter One-Night-Stander (oder Ständer?) sitzt Ludo als Klatschreporter auch schon mal Fälschungen auf und kriegt von der mit seinem Anwalt einen Provatkrieg austragenden Richterin 8 Monate auf Bewährung – gegen 300 soziale Arbeitsstunden. Die führen ihn in einen Hort, der unter anderem von Anna geführt wird, die seit der gemeinsamen Kindheit einen Hass gegen ihn hegt. Und Rache ist süß.

Süß sind auch die Kinder. „Wie heißt du denn?“ – „Cheyenne Blue.“ – „Cheyenne Blue? Das ist aber ein außergewöhnlicher Name!“ – „Meine Mama ist Schauspielerin und die Kinder von Schauspielerinnen dürfen keine normalen Namen haben.“ Der Abspann offenbart, dass Schweigers versammelter Nachwuchs mitgewirkt haben dürfte – und Cheyenne Blue eigentlich doch ganz einfach Emma heißt.

Abgesehen davon, dass in diesem Film auftritt, was im deutschen Kino und anderen Bereichen Rang und Namen hat (wunderbar u.a.: Armin Rohde als Herr Bello und Klitschko beim Heiratsantrag) kann man an diesem Streifen vielleicht das Happy End voraussehen – aber nicht die gewundenen Wege, die dorthin führen.

Es gibt viel zu lachen – fangt damit an!

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