Rundweg *Hocheifel* Circular Route

Für gestern hatten wir uns viel vorgenommen: den Rundweg Hocheifel, 25,4km ab Adenau über die Hohe Acht und Nürburg zurück zum Ausgangspunkt. Wenn ich im Tal starten und gleich in den Antieg gehen muss, ist das schwierig… ich muss mich erst warm laufen. Dazu hatte ich hier keine Chance. Schon nach kurzer Zeit erreicht man die erste Aussicht über Adenau (s.o.). Im Nachgang frage ich mich in der Summe schon, warum der gesamte Weg als „schwer“ beschrieben wird, denn den allergrößten Teil waren wir etwa so unterwegs:

We had ambitious plans yesterday: the Hocheifel Circular Route, 25.4 km starting in Adenau, taking us to Hohe Acht and Nürburg and back to Adenau. I always find it challenging to start out with an ascent… I kind of have to warm up first. Well, I didn’t stand a chance. After only a rather short distance you reach a point where you get the above vista of Adenau. But looking back at the hike as a whole, I do wonder why it is rated „hard“ as most of the time we were walking on paths like these:

Vielleicht bezieht sich das auf die Länge – und auf den zugegebenermaßen nicht enden wollenden Anstieg zur Hohen Acht. Wo wir dann allerdings schon nach etwa 2 Stunden passend zu einer Mittagspause ankamen. Die Hohe Acht ist mit knapp 747m der höchste Berg der Eifel und wie so ziemlich jede Erhebung hier ein im Tertiär entstandener Vulkankegel, dessen Kuppe gut sichtbar aus Basalt besteht. Wir haben uns noch gefragt, wie es zum Namen kam und nach morgendlicher Recherche kann ich berichten: „Acht“ hat in diesem Fall nichts mit der Zahl zu tun, sondern leitet sich ab vom gallischen „acaunum“ = Stein, Fels. Urkundliche Erwähnungen sprechen 943 von Mons (lat. Berg) Achon.

Maybe it is because of the sheer length – or due to the admittedly neverending ascent to Hohe Acht, which we reached after about 2 hours, right in time for a lunchbreak. At about 747m, Hohe Acht is the highest elevation in the Eifel and as just about any hill around here created by tertiary volcanism, its top made of basalt as you can tell. We wondered about the name („Acht“ in German is the number eight) and after some reading up on this this morning I can enlighten us all: „Acht“ in this case has nothing to do with the number and much rather stems for the gallic „acaunum“ = stone, rock. A documented mention in 943 A.D. speaks of Mons (lat. mountain) Achon.

Oben angekommen, findet man den Kaiser-Wilhelm-Turm, gebaut 1908/09 anlässlich der Silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelm II. – und in Gedenken an Kaiser Wilhelm I. Komische Kombi – konnte man sich nicht entscheiden?

On top of it you find Kaiser-Wilhelm-Tower, built 1908/09, on the occasion of emperor Wilhelm II. silver wedding anniversary… and in remembrance of Kaiser WIlhelm I. Weird combination – couldn’t they make up their minds?

Der Turm war offen und es war genau richtig „viel“ los: als wir kamen, hatte eine Famliie gerade den Besuch beendet und als wir zum Picknick an den Tisch unterhalb des Turms zurückkehrten, waren zwei Mountainbiker eingetroffen. Kein Schlagestehen, Abstand beachten usw. Trotz fantastischen Wetters! Wenn ich da an den Drachenfels denke… Jedenfalls hat man atemberaubende Aussichten, auch wenn es dann doch etwas dunstig war.

The tower was open and saw just the right amount of visitors: when we got there, a family was just getting ready to leave and when we descended to the picknick table just underneath the tower, two mountain bikers had arrived. No queues, no „keep distance“ in mind etc. Despite the glorious weather! You are treated to breathtaking views, albeit a bit hazy yesterday.

Von dort sind es weitere 12,5km bis zur Nürburg und mit ihr schon in greifbarer Nähe hatte ich gerade gedacht, wie gut der Weg ausgeschildert ist, als das ein jähes Ende nahm. Das uns verwirrende Schild muss, so denke ich nun, runtergefallen und genau auf die andere Seite des Baums gehören, dann macht es Sinn. Jedenfalls kamen wir ziemlich weit ab, bis zum Pflegeheim Alte Burg, und haben uns dann querfeldein zur Burg durchgeschlagen. Das ist der Vorteil, wenn der nächste Punkt quasi nicht zu übersehen ist. Aber so zwei, drei Extrakilometer wird uns das gekostet haben.

From there it’s another 12.5km to Nürburg and maybe a kilometer or two away I had just finished thinking how well signposted this trail is, when we had to realize it wasn’t. The sign that got us off track must belong – that’s my conclusion as of this morning – on the opposite side of the tree it was on, it would have made perfect sense there. Maybe it fell down and some well-meaning stroller put it back up. Anyhow, we went on quite a detour, all the way to a home for the elderly in Alte Burg and then decided to reach the castle cross-country. That’s the advantage when the landmark you’re trying to reach basically can’t be missed. But I think it added maybe two or three kilomters to the hike.

Credit: Tourenplaner Rheinland-Pfalz

Die Nürburg selbst haben wir nicht besichtigt (könnt ihr hier) und uns eher auf Aspekte des Motorsports, der einen über weite Strecken hier – auch als Geräuschkulisse – begleitet hat, konzentriert. Von einem Streckenposten habe ich mir die diversen Flaggen erklären lassen und wir werden dann nächste Woche mal überprüfen, wie es um unser Kurzzeitgedächtnis und den Transfer ins Langzeitgedächtnis bestellt ist 😉 Diesen Blick auf die Döttinger Höhe hatte ich bereits im Februar auf der „Grüne Hölle“-Runde:

We did not stop to explore Nürbug castle (you can do that here) and concentrated on motorsports which keeps you company on this hike for longer periods – a background hum, sometimes coming to the foreground, too. I found a friendly track marshal who explained the meaning of the different flags they wave throughout the races and next week we’ll test our short term memory and the transfer into long term memory 😉 This view of Döttinger Höhe was already familiar after the „Green Hell“ hike back in February.

Die Strecke wartet mit der Hohen Acht und der Nürburg mit zwei absoluten Highlights auf, ist aber ansonsten recht unspektakulär (aber ich bin sehr gerne im Laubwald unterwegs). Bis auf Nürburg kommt man in keine Ortschaft, aber am Ende kann man sich in Adenau ein sehr leckeres Eis gönnen. Die Länge macht sie für manchen vielleicht zur sportlichen Herausforderung, wobei mir gefallen hat, dass man sich die meiste Zeit ohne in Atemnot zu geraten unterhalten konnte – woran mir liegt, wenn ich in Begleitung unterwegs bin. Und eben beachten: wer in der Nähe des Nürburgrings wandert, muss mit Motorenlärm rechnen. Und freundlichen Streckenposten!

The route offers two proper highlights with Hohe Acht and Nürburg Castle, but for the remainder is rather unspectacular (I personally enjoy walking in deciduous forests). Other than the village of Nürburg, you will not come through any settlements but you can treat yourself to some delicious ice-cream in Adenau. The sheer distance maybe makes for a challenge while I enjoyed walking for long strteches and being able to talk without getting short of breath – important when you’re not out alone. And well, it’s to be expected to hear motor noises when you walk next to a race track. What you can also expect: friendly track marshals!

So, jetzt geh ich aber mal raus in den Garten, habe eine neue Idee zur Gestaltung gehabt vorgestern Abend… doch dazu vielleicht nächstes Wochenende mehr!

With this, I will end and go out in the garden, I had a new „landscaping“ idea Friday night… but more on that maybe next weekend!

Barbara

 

Rund um *Eiserfey* and beyond

Der Samstag entwickelte sich in mehrfacher Hinsicht zu einem Knaller: das Wetter war deutlich besser, als angesagt (viel Sonne), wir konnten zwei Wanderrouten zu geschätzten 17 km sehr gelungen kombinieren („Wasser für Köln“ und „Rund um die Kakushöhlen“), wurden historisch-archäologisch beeindruckt und waren fasziniert und amüsiert von diversen Kunstobjekten.

Saturday developed into a proper highlight: the weather was a lot better than forecast (lots of sunshine), we successfully combined two trails to a total of about 17 km („Water for Cologne“ and „Around the Kakus Caves“), were impressed by the historic-archeological education we were treated to, unexpectedly, and fascinated and amused by a number of art objects.

Die Route war wieder abwechslungsreich: Laubwälder, (wenig) Nadelwald, sanfte Hügel und saftige Wiesen, tatsächlich mal eine offene Kirche (in Weyer), mäandrierende Bäche, wunderbare Weitblicke, malerische Dörfer. Und Schlüsselblumen quasi überall – ich konnte mit den Fotos nicht an mich halten: dann ist der Frühling wirklich angekommen, wenn meine Lieblingsblumen blühen.

The route was again beautifully varied: decidous and (little) coniferous forests, rolling hills and rich pastures, surprisingly enough: an open church (in Weyer), meandering brooks, wonderful vistas, picturesque villages. And cowslips basically everywhere – I couldn’t stop myself: final proof that spring has sprung, when my favorite flowers are in bloom!

Die Route „Wasser für Köln“ hat uns wirklich beeindruckt. Man erwandert diverse Ausgrabungen aus römischer Zeit, die alle zusammenhängen: Bauwerke, die über 95,4 km Köln mit Frischwasser versorgt haben – aufwändig und… pfiffig. Der „größte antike Technikbau nördlich der Alpen.“ Im Ort Eiserfey konnte man ein in den 1950ern entdecktes Sammelbecken bewundern. Auf 12 Uhr sieht man den Abfluss Richtung Köln, auf jeweils 3 und 7 Uhr kommen Zuläufe. Über insgesamt 5 Zuläufe wurden täglich 20 Millionen Liter Wasser in die Metropole geleitet. Unglaubliche Mengen?

The trail „Water for Cologne“ really impressed us. There are several archeological excavations from Roman times which all form part of the „largest technical structure of antiquity north of the Alps“, the 95.4 km aqueduct that delivered a breathtaking 20 million liters of drinking water to Cologne – daily. Very elaborate and… smart. In the village of Eiserfey we checked out a collection basin that was dicovered in the 1950s. At noon you see the outlet towards Cologne, while there are inflows at 3 and 7 o’clock.

Das nach Köln fließende Wasser wurde in den Berghängen durch Kanäle geleitet. Den Kanal an sich finde ich ja schon beeindruckend genug, aber das Schwarzweiß-Foto daneben (von der Infotafel) zeigt ein heute durch Efeu überwuchertes Baudetail: diese Mauer ist eine Hangdrainage, die dafür gesorgt hat, dass „dreckiges“ Oberflächenwasser sich nicht mit dem reinen Quellwasser im Kanal mischt.

The water was sent on its way to Cologne via these channels. I find them pretty impressive per se but look at the black and white photograph (taken from the info sign): it shows a structural detail that is covered by ivy today. That wall is a slope drainage which made sure that „dirty“ surface water wouldn’t mix with the pristine spring water in the channel.

Das grundlegende Konzept für diese Wasserleitung liegt in der Schwerkraft: es war eine Gefälleleitung, die also über die gesamte Strecke noch so minimal abschüssig ist. Ganz ehrlich: das über 95,4 km zu konzipieren ist für mich unvorstellbar… Wieviel Vermessungsarbeit unter einfachsten technischen Voraussetzungen ist da reingegangen? Jedenfalls musste hier und da ja auch mal ein Tal überquert werden. Dafür wurden dann Aquäduktbrücken gebaut. Durch die auf Bauwerksresten entstandene Rekonstruktion kann man sich das ziemlich gut vorstellen. Der Kanal lief auf ungefähr 10m Höhe.

The basic idea of this system is based on gravity: it was a slope line which keeps descending however little over the whole distance. Honestly: can you imagine constructing this over 95.4 km? How much surveying went into this, with the simplest tools/techniques available? Anyhow, every now and then you had to cross a valley for which they built acqueduct bridges. The one you see below was reconstructed based on remnants, which does a pretty good job of visualizing it. The water flew through that channel up top, at above 10m above the ground.

Der archäologische Teil des Tages wurde dann ergänzt durch den geologischen: die Kakushöhlen im Kartsteinfelsen. Der Teil Große Kirche ist bis zu 15m hoch und 30m breit und wurde wohl durch den Weyrer Bach ausgewaschen. Sie sind frei zugänglich und am Eingang ist ein Kiosk, wo man sich auch unter den aktuellen Bedingungen versorgen konnte.

The archeological part of the day was combined with a point of geologic interest: the Kakus Caves, eroded out of the kartstein / cartstone rock by the Weyer brook. The part Large Church is up to 15m high and 30m wide. They are accessible free of charge and you will also find a little kiosk at the entrance where you can stock up on provisions.

Und zuletzt noch die Frage: wie sind wir überhaupt dahin geraten? Ich hatte auf Empfehlung die SWR Landesschau in der Ausgabe Das rheinland-pfälzische Naturdenkmal der Kalkeifel gesehen und es ließ sich quasi nicht mehr wegdiskutieren, dass man Eiserfey besucht haben muss. Mittlerweile konnte ich übigens auch in meinem Heimatort die Verwendung des Begriffs „Jehüschnis“ nachweisen 😉

Lastly: how did we end up here in the first place? I had seen a documentary which left no doubt that Eiserfey was worth the visit.

Und das nicht zuletzt auch, weil man hier die Edelstahlfiguren von Peter Ratz Ley bewundern kann. Ihr werdet nicht überrascht sein zu hören, das bei dieser Auswahl ein Favorit schwer zu identifizieren ist… wobei ich mir den großen Stern sehr, sehr gut vor dem fast schwarzen Giebel meines Hauses vorstellen kann. Zumindest in meiner Lieblingsjahreszeit. Vielleicht gekoppelt mit dem wegfliegenden Nikolaus im Vorgarten.

Add to that the chance for a close-up look at the stainless steel sculptures of Peter Ratz Ley. I’m sure you agree that it’s hard to identify a favorite here… though I have to say that I can very well imagine having that large star in the gable of my house, swinging in front of the almost black woodwork. At least during my favorite time of the year. Maybe in tandem with the flying Saint Nicolas on the lawn.

Also, bereit für Eiserfey und Umgebung? Viel Spaß!

So are you ready for Eiserfey and surroundings? Enjoy!

Barbara

 

Waldseepfad in Rieden / Rieden Forest Lake Trail

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe dieser Tage das Gefühl, einfach nichts gebacken zu kriegen und bin trotzdem komplett ausgepowert im Kopf. Es war also wieder Zeit für ausgedehntere Wanderaktivitäten und so habe ich ein weiteres 4-tägiges Wanderwochenende eingelegt. Am Freitag waren wir auf dem Waldseepfad in Rieden unterwegs.

I don’t know how you’re doing these days but I constantly feel that nothing ever gets done and still I am really tired mentally – so here I go hike again: another four-day hiking vacation. This past Friday brought me to the Rieden Forest Lake Trail.

Einiges an Blumen war schon zu sehen, wenn auch im Vergleich zum Vorjahr alles etwas später ist… kein Wunder bei den Temperaturen der letzten Wochen. Ein beachtlicher Anteil des ca. 14 km langen Wegs ging durch noch laubfreien Buchenwald, in dem die Atmosphäre an einer Stelle sehr komisch rüberkommt. Es wirkt fast wie 2D? Wenn man mal vom Schäfer absieht?

We came across quite some flowers and blooming bushes but in all nature is a lot later this year than last… not really surprising after the freezing temperatures of the past weeks. Beech tree forest, yet to get foliage, made up a considerable amount of this 14 km hike. At one spot, the atmosphere was weird – it almost looks like 2D? If you leave the shepherd aside?

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Ich fand die Strecke abwechlungsreich und mit diversen größeren oder kleineren Hinguckern, seien es steinerne Wegkreuze aus dem 18. Jh,, der Gänsehalsturm oder die beeindruckenden Aussichten auf die Eifler Vulkanlandschaft und das Neuwieder Becken. Die Ausschilderung ließ keine Wünsche offen und Bänke entlang der Strecke luden viel zu häufig zu einem Aufenthalt ein.

We were on a very varied path, in my opinion, with a few larger or smaller eye-catchers, be that stone wayside crosses from the 1700s, Gänsehalsturm („goose neck tower“) or breathtaking views of the volcanic Eifel landscape or the Neuwied Basin. Signs were clear and plentiful and there were far too many benches – lots of temptation for breaks!

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Credit: U. Sülflohn

 

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Besonders aufgefallen sind mir an vielen Stellen die Zaunpfähle, die aus einer oft bunten Mischung aus alten Bahnschwellen bestanden und entsprechend massiv daherkamen.

Talking about eye-catchers: the fence posts were mostly repurposed railraod ties and accordingly massive.

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