Ein Tag in… / A Day in… ULM

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1994 bin ich als Au Pair in die USA gegangen – und habe dort (unter anderem) zwei weitere Au Pairs bei Familien im gleichen Bostoner Vorort kennengelernt. Wir sind seitdem befreundet und sehen uns im Schnitt wohl alle 2 Jahre. Und dieses Jahr waren 20 Jahre Freundschaft zu feiern. Das taten wir in Illertissen und Ulm.

In 1994 I went to the US as an Au Pair – and (among others) met two fellow Au Pairs living with families in the same Boston suburb. We’ve been friends and kept in touch ever since and meet about every other year on average. This year the 20th anniversary of our friendship was to be celebrated. And that we did in Illertissen and Ulm.

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Und ich habe mich gefragt: warum komme ich erst jetzt nach Ulm? Immer zu viel zu tun gewesen in Illertissen, nehme ich an, quatschen, quatschen, quatschen, essen, quatschen… Eine Stadt, die Stadttore mit solch wunderbarem Schindeldach hat, muss man doch gesehen haben? (Ganz abgesehen vom Rathaus, siehe ganz oben).

And I couldn’t help but wonder: why has it taken so long to visit Ulm? I guess there was always too much to do in Illertissen, chatting, chatting, chatting, eating, chatting… How can one miss a city with old gates featuring such amazing roofs? (Let alone the town hall, see at the very top).

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Oder auch das Ulmer Münster, das sich trotz seiner Größe sehr gut fotografieren ließ. Mit 161,50m hat es den größten Kirchturm der Welt, wie ich erstaunt erfuhr. Da die Sonne nur immer mal wieder zu sehen und es ganz schön windig war, haben wir die 768 Stufen in luftige Höhen allerdings nicht erklommen.

Or Ulm Minster which was easily photographed in its entirety despite its size. It’s the world’s tallest church with a steeple measuring 161.50m – as an astonished me was told. The sun was out only intermittently and there was a stiff breeze so we passed on climbing the 768 steps to the top.

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Ursprünglich eine katholische Kirche, wurden die Ulmer und dann auch das Münster 1530/31 protestantisch… man kann also auch konvertieren, ohne überall verbrannte Erde zu hinterlassen, dachte ich so mit dem Gedanken an all die Ruinen von Abteikirchen, die ich kürzlich in Yorkshire gesehen habe.

It was originally a Catholic church but the citizens of Ulm voted to become Protestant in 1530/31 – and the church went along with them… I got to thinking that you can convert to a different faith without leaving behind scorched earth – remembering all the ruins of abbey churches I have recently visited in Yorkshire.

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Aber am meisten fasziniert haben mich wohl die – wie ich später rausfand – Wappen- bzw. Totenschilde, die gruppiert nach Familien die Wände zieren. Darauf stehen dann die Sterbedaten à la „Anno 1625 verstarb zwischen 1 und 2 Uhr morgens…“ Es gibt davon 133 und damit nirgendwo mehr als hier. Und die gebe ich diese Woche auch zu Our Beautiful World, wo es um Beschilderung geht… Auf einer Pinnwand hingegen konnte, wer wollte, Bitten an Gott richten – und auch, wenn es mir fernliegt, mich über solche Bitten lustig zu machen, so musste ich doch ob dieser Übersetzung grinsen:

Most fascinating, though, were these very specific… blazons (?). I have no idea what they are called in English; translated literally they’d be called death bucklers. They are arranged in groups of the same families and detail the deaths as in „In the year of 1625 between 1 and 2 a.m. … died.“ There are 133 of them and apparently more than anywhere else. I will enter them over at Our Beautiful World where this week’s prompt is „Signage“. There was also a blackboard which was ready to take on all the requests people might address to God – and even though I wouldn’t think of belittling any such requests a grin did cross my face when I saw this translation:

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… gleich gefolgt von dem Gedanken, dass es vielleicht gar keine fehlerhafte Übersetzung war, sondern der totale Ernst. Ich wünsche mir dieser Tage auch oft Outlook Peace… Nicht weit vom Münster sah ich dieses faszinierende Schaufenster mit einer Darstellung der Stadt an der Donau, wie es auf dem Fluss am sog. Schwörmontag aussieht, einer Tradition, die es seit dem 14. Jahrhundert gibt und die mit einer Bootparade auf der Donau endet:

… closely followed by the realization that maybe we’re not talking about a translation error at all and that the writer was serious. I sometimes feel like praying for Outlook Peace these days… Not far away from the minster I came across this shop window with a display of the city by the Danube on so-called Schwör Monday, a holiday from back in the 14th century that ends with a parade on the Danube:

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Und dieses Jahr gab’s auch Ideen für ganz besondere Boote:

And this year there were rather special boats, too:

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Cafés und Restaurants – und wunderschöne Häuser, häufig entlang oder umgeben von der Blau – machten den Besuch im Fischerviertel zu einem gelungenen Spaziergang.

Cafés and restaurants – and beautiful houses, often along or even braided by the river Blau – made visiting the Fischerviertel (fisherman’s quarter) an enjoyable pastime.

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Oben ist das Schiefe Haus zu sehen – seit 1995 Hotel und seit 1997 offiziell das schiefste Hotel der Welt mit einer Neigung von 9 bis 10°. Unten die Fenster eines anderen Hauses, die schön aussehen, aber die ich nun wirklich nie putzen müssen will. Links daneben u.a. das Schmale Haus, nur 4,50m breit und ein B&B.

The house on top is the Leaning House. It has been a hotel since 1995 and officially the most leaning hotel of the world (with a grade of 9 to 10°) since 1997. Below that picture are the windows of another house which I liked – but which I hope I’ll never be forced to clean. To the left of it the Narrow House, only 4.5m – and a B&B today.

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Und neben ausgefallenen Türen war auch der Blumenschmuck oft einen zweiten Blick wert.

In addition to unusual doors there were also flower arrangements that invited closer inspection.

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Ich sage nicht, wie viele weitere Fotos ich von Ulm habe… und zeige lieber abschließend noch eine Studie in Fotografie anonym bleibender Kinder! 😉

I won’t disclose how many other pictures of Ulm I made… and instead show you a photographic study of anonymous children! 😉

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Barbara

8 Kommentare zu “Ein Tag in… / A Day in… ULM

  1. Das war wieder schön zu lesen – und zu sehen! Die Fotos finde ich auch immer ganz toll. Darf ich fragen, welche Kamera Du benutzt? Grüße aus Zülpich – der Stadt der Landesgartenschau NRW!

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