Where the Wild Things Are

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Trotz des Titels geht es in diesem Beitrag nicht um das wunderbare Buch Wo die wilden Kerle wohnen von Maurice Sendak, sondern um einen faszinierenden Besuch in “meinem” Botanischen Garten hier in Poppelsdorf.

The title is a bit misleading as this post is not about Maurice Sendak’s wonderful book Where the Wild Things Are but about a fascinating visit at “my” Botanical Gardens here in Poppelsdorf.

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Dort lief bis vergangenen Freitag eine Ausstellung des Glasstudios Borowski, die, im wahrsten Sinne des Wortes, den Garten bevölkerte. Es zeigte sich mal wieder, dass ich viel zu lange nicht dort gewesen war, denn eigentlich hatte man gut zwei Monate Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen. Aber nur zu Eröffnung und zur Schließung auch im Rahmen einer Nachtöffnung, zu der man die Exponate auch illuminiert bewundern konnte (zum großen Teil zumindest).

Friday was the last day of an exhibition by Glasstudio Borowski which quite literally populated the Garden. It was apparent that I hadn’t been there in too long a time as really there were two months during which you had the chance to have a look at it. But only for the opening and closing there was a special “night opening” of the Garden when the exhibits were illuminated (large numbers at least).

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Um 20 Uhr angekommen, hatten wir glücklicherweise noch eine kurze Zeit Gelegenheit, uns auch die nicht beleuchteten Objekte anzusehen – oder auch beleuchtete in ihren Details an nicht-beleuchteten Partien zu bestaunen, wie zum Beispiel bei dem Gürteltier oben. Doch im Urwald war es schon früh richtig dunkel:

We got there at about 8 pm and were lucky to have a few minutes of daylight left to have a closer look at the exhibits that were not illuminated – or to have a look at parts of illuminated ones that didn’t get to shine, like on the armadillo above. But in the primeval forest section it was really dark very soon:

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Da gab’s auch Igel, die für mich aber auch ein bisschen wie millionenfach vergrößerte Bakterien aussahen:

There were hedgehogs as well even though I couldn’t shed the thought that they looked like bacteria enlarged millionfold:

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Es fällt schwer zu sagen, was mir am besten gefallen hat, aber der “Schweinestall” war ganz vorn dabei.

I have a hard time saying which part I liked most but the “hog house” certainly scored high:

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Neben tierischen Skulpturen gab es aber auch pflanzliche:

There weren’t only animal sculptures, though, I also spotted some plants:

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Die Krokodile waren weit weg, auf einer Halbinsel, dafür waren die Bienen ziemlich aufdringlich.

The crocodiles were far away, on a peninsula, but the bees were kind of obtrusive.

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Was für eine schöne Ausstellung… ich hatte mir eingebildet gelesen zu haben, dass sie weiterwandert nach RHS Wilsey in England, aber ich kann online dafür nirgendwo mehr einen Hinweis finden. Habe ich mir das eingebildet?! Wie und wo auch immer: den Besuch wert! Und damit wünsche ich einen schönen Restsonntag!

Such a great event… I thought I had read somewhere that the exhibition was moving to RHS Wilsey in England from here but I can’t find a trace of that information anywhere online anymore. Was I hallucinating?! Where- and whenever: well worth a visit! And with that I hope you’re enjoying your Sunday!

Barbara

Ein Tag in… / A Day in… ULM

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1994 bin ich als Au Pair in die USA gegangen – und habe dort (unter anderem) zwei weitere Au Pairs bei Familien im gleichen Bostoner Vorort kennengelernt. Wir sind seitdem befreundet und sehen uns im Schnitt wohl alle 2 Jahre. Und dieses Jahr waren 20 Jahre Freundschaft zu feiern. Das taten wir in Illertissen und Ulm.

In 1994 I went to the US as an Au Pair – and (among others) met two fellow Au Pairs living with families in the same Boston suburb. We’ve been friends and kept in touch ever since and meet about every other year on average. This year the 20th anniversary of our friendship was to be celebrated. And that we did in Illertissen and Ulm.

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Und ich habe mich gefragt: warum komme ich erst jetzt nach Ulm? Immer zu viel zu tun gewesen in Illertissen, nehme ich an, quatschen, quatschen, quatschen, essen, quatschen… Eine Stadt, die Stadttore mit solch wunderbarem Schindeldach hat, muss man doch gesehen haben? (Ganz abgesehen vom Rathaus, siehe ganz oben).

And I couldn’t help but wonder: why has it taken so long to visit Ulm? I guess there was always too much to do in Illertissen, chatting, chatting, chatting, eating, chatting… How can one miss a city with old gates featuring such amazing roofs? (Let alone the town hall, see at the very top).

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Oder auch das Ulmer Münster, das sich trotz seiner Größe sehr gut fotografieren ließ. Mit 161,50m hat es den größten Kirchturm der Welt, wie ich erstaunt erfuhr. Da die Sonne nur immer mal wieder zu sehen und es ganz schön windig war, haben wir die 768 Stufen in luftige Höhen allerdings nicht erklommen.

Or Ulm Minster which was easily photographed in its entirety despite its size. It’s the world’s tallest church with a steeple measuring 161.50m – as an astonished me was told. The sun was out only intermittently and there was a stiff breeze so we passed on climbing the 768 steps to the top.

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Ursprünglich eine katholische Kirche, wurden die Ulmer und dann auch das Münster 1530/31 protestantisch… man kann also auch konvertieren, ohne überall verbrannte Erde zu hinterlassen, dachte ich so mit dem Gedanken an all die Ruinen von Abteikirchen, die ich kürzlich in Yorkshire gesehen habe.

It was originally a Catholic church but the citizens of Ulm voted to become Protestant in 1530/31 – and the church went along with them… I got to thinking that you can convert to a different faith without leaving behind scorched earth – remembering all the ruins of abbey churches I have recently visited in Yorkshire.

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Aber am meisten fasziniert haben mich wohl die – wie ich später rausfand – Wappen- bzw. Totenschilde, die gruppiert nach Familien die Wände zieren. Darauf stehen dann die Sterbedaten à la “Anno 1625 verstarb zwischen 1 und 2 Uhr morgens…” Es gibt davon 133 und damit nirgendwo mehr als hier. Und die gebe ich diese Woche auch zu Our Beautiful World, wo es um Beschilderung geht… Auf einer Pinnwand hingegen konnte, wer wollte, Bitten an Gott richten – und auch, wenn es mir fernliegt, mich über solche Bitten lustig zu machen, so musste ich doch ob dieser Übersetzung grinsen:

Most fascinating, though, were these very specific… blazons (?). I have no idea what they are called in English; translated literally they’d be called death bucklers. They are arranged in groups of the same families and detail the deaths as in “In the year of 1625 between 1 and 2 a.m. … died.” There are 133 of them and apparently more than anywhere else. I will enter them over at Our Beautiful World where this week’s prompt is “Signage”. There was also a blackboard which was ready to take on all the requests people might address to God – and even though I wouldn’t think of belittling any such requests a grin did cross my face when I saw this translation:

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… gleich gefolgt von dem Gedanken, dass es vielleicht gar keine fehlerhafte Übersetzung war, sondern der totale Ernst. Ich wünsche mir dieser Tage auch oft Outlook Peace… Nicht weit vom Münster sah ich dieses faszinierende Schaufenster mit einer Darstellung der Stadt an der Donau, wie es auf dem Fluss am sog. Schwörmontag aussieht, einer Tradition, die es seit dem 14. Jahrhundert gibt und die mit einer Bootparade auf der Donau endet:

… closely followed by the realization that maybe we’re not talking about a translation error at all and that the writer was serious. I sometimes feel like praying for Outlook Peace these days… Not far away from the minster I came across this shop window with a display of the city by the Danube on so-called Schwör Monday, a holiday from back in the 14th century that ends with a parade on the Danube:

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Und dieses Jahr gab’s auch Ideen für ganz besondere Boote:

And this year there were rather special boats, too:

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Cafés und Restaurants – und wunderschöne Häuser, häufig entlang oder umgeben von der Blau – machten den Besuch im Fischerviertel zu einem gelungenen Spaziergang.

Cafés and restaurants – and beautiful houses, often along or even braided by the river Blau – made visiting the Fischerviertel (fisherman’s quarter) an enjoyable pastime.

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Oben ist das Schiefe Haus zu sehen – seit 1995 Hotel und seit 1997 offiziell das schiefste Hotel der Welt mit einer Neigung von 9 bis 10°. Unten die Fenster eines anderen Hauses, die schön aussehen, aber die ich nun wirklich nie putzen müssen will. Links daneben u.a. das Schmale Haus, nur 4,50m breit und ein B&B.

The house on top is the Leaning House. It has been a hotel since 1995 and officially the most leaning hotel of the world (with a grade of 9 to 10°) since 1997. Below that picture are the windows of another house which I liked – but which I hope I’ll never be forced to clean. To the left of it the Narrow House, only 4.5m – and a B&B today.

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Und neben ausgefallenen Türen war auch der Blumenschmuck oft einen zweiten Blick wert.

In addition to unusual doors there were also flower arrangements that invited closer inspection.

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Ich sage nicht, wie viele weitere Fotos ich von Ulm habe… und zeige lieber abschließend noch eine Studie in Fotografie anonym bleibender Kinder! ;-)

I won’t disclose how many other pictures of Ulm I made… and instead show you a photographic study of anonymous children! ;-)

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Barbara

Rosen / Roses

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2014 war bislang kein gutes Jahr für mein kreatives Hobby. Zu selten war Zeit bzw. Ruhe dafür. Aber nun kamen zwei Dinge zusammen: der Auftrag, eine Geburtstagskarte für eine bald 95-jährige zu machen und die laufende Challenge bei City Crafter, auf die ich bei Ros aufmerksam wurde. Es heißt: mache ein Projekt, auf dem wenigstens eine Rose zu sehen ist. Mit zweien habe ich mich ja fast selbst übertroffen ;-)

2014 has not been a good year for crafting so far. Only rarely did I have time or the inclination to be creative. But now the constellation was favorable: I was asked to make a birthday card for a soon-to-be 95-year old and there is the current challenge over at City Crafter which I came across on Ros’ blog and which asks for at least one rose to be used on your project. So I basically outdid myself using two ;-)

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Sie gefällt mir schon ganz gut, aber in der Summe bin ich glaube ich noch auf der Suche nach der perfekten Karte… Wie auch immer, schaut euch mal um bei City Crafter – die Karten des Design Teams sind alle herausragend.

I’m quite happy with the result but in all I think I’m still looking for the perfect card… Anyhow, have a look at the cards of the Design Team over at City Crafter, all of them fabulous creations.

Barbara

Yorkshire | Accomodation

I still owe you one last post about Yorkshire, about the accomodations booked. I spent one night in a hotel in Harrogate but the majority of nights in several B&Bs: in the Yorkshire Dales when walking the Herriot Way, a weekend in York and then four days in Whitby:

The Cairn Hotel, Harrogate
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An old fashioned hotel with a dusty (NOT literally – very clean!) feel to it where I had a large and quiet but rather dark room… The TV was crappy and I was not able to get an international connection on the phone in about 15 tries. WiFi only in the reception area which in itself is a nice place to be but in my opinion that’s an arrangement that’s not an option any more in these “modern times”. Breakfast (buffet) was good in a beautiful hall… though I did feel a bit nauseous as the floorboards were sort of “swinging”! In all, a very good deal for the price and the bus stop I needed the next morning was in right in front of it, so the logistics when setting out for the Dales were perfect.

Cornlee Guesthouse, Aysgarth
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I spent the night before and after walking the Herriot Way in this wonderful B&B. It offered a very warm welcome including tea and scrumptious Victoria sponge cake. The rooms were not spacious but very nice. Important for me: reliable WiFi! The host was an incredible source of information and advice and always helpful – when organizing transport, making reservations for dinner etc. On his recommendation I had two fabulous dinners at The George and Dragon Inn right across the road. The Yorkshire Breakfast is much too much for me – I tried it on the first morning and it is a huge plate of tasty food… just not what I can take in the mornings ;-) But there were cereals as well, yoghurt and fruit so I was fine!

Wensleydale House, Hawes
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The night after the first stage of the Herriot Way… and the bathroom had a bathtub overlooking Wensleydale! Another very warm welcome… including tea and fruitcake. Again a very nice room that made me feel at home immediately. Here also: reliable WiFi! Being a solo traveller (and the first guest at breakfast) it was nice to chat with the host about all kinds of places we had travelled and Germany’s 7:1 over Brazil the night before – it certainly helped that there was not too much work in the kitchen involved for me as I had learned that I can’t eat that Yorkshire Breakfast. I loved fresh strawberries and blueberries!

Keld Bunk Barns & Yurts, Keld
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We were in a pinch finding accomodation in Keld. So choosing a yurt had been a compromise – but it was so much fun! You had to book an electricity outlet extra, breakfast was of course not included and I couldn’t take a shower because there was one water temperature only and to me that was scalding hot… but on the plus side: I had a yummy home-made dinner, the river down below sang me to sleep and I woke to the light coming through the ceiling glass. Which was very much okay as I was so knackered after that second stage I was in my very comfortable bed very soon! To some it might be important to know: there’s no network for anything. In a nutshell: I’d book that again.

Arkleside Guest House, Reeth
Very warm welcome here, a comfy bed… but as I was late coming in and exhausted from the day I forgot to ask some essential questions when checking in and as there was no “manual” as in all other places before, I was left not being able to figure out SKY TV, didn’t know about WiFi… and also forgot to take pictures! Breakfast included the best fruit salad ever, in a room overlooking the valley and the sparrows fighting over the left over toast in the garden. In all, it was certainly good but a tad too expensive compared to the other B&Bs in the Dales.

Queen Anne’s Guesthouse, York
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Somehow, the website let me expect more. It was in a good, easy to find location, the hosts were welcoming as well (loved the flexible check-in) and there was nothing to wish for when it comes to equipment etc. But the breakfast – if you don’t go for eggs and other cooked food in the morning – was carefully uninspired… while a TV was blaring that nobody paid attention to. I might have been spoiled by the Dales’ B&Bs but this had a loveless feel to it by comparison, somehow it wasn’t “whole” if that means anything to anyone. And, also in comparison (though I don’t know the general price level in York), it felt hugely overpriced. And you would think I’d come out seeing things through rose-colored glasses after Germany won the World Cup…

The Leeway, Whitby
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I guess I can say that this is a B&B that leaves nothing to be desired. Warm welcome with delicious cake, a fantastic room with a number of outstanding amenities (I totally fell in love with the lavender pillow mist…) – just a look at the room’s folder with suggestions for activities says it all: on top you will find their own circular walk, starting out at their front door. Excellent breakfast, including daily specials (I tried the peanut butter pancakes with bananas and maple syrup one morning, it was delicious). It definitely was the treat we had intended it to be at the end of our trip!

Yorkshire | Robin Hood’s Bay

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Irgendwann war mal der Gedanke, dass man an der Küste langwandern könnte nach Robin Hood’s Bay. Das habe ich verworfen: ich will den Strand und das Meer und zwar pur. Also habe ich den Bus in dieses malerische Dorf genommen, gut 20 Minuten von Whitby.

The idea was to one day take some path along the coast and reach Robin Hood’s Bay during the stay in Whitby. I reconsidered: I want the beach and the ocean, nothing on the side. So I took the bus to this picturesque little village, about 20 minutes from Whitby.

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Und dann packte mich die Nostalgie komplett: ich habe einen Kescher gekauft und mich bei Ebbe (Strände sind hier so gut wie nur bei Ebbe überhaupt vorhanden) stundenlang am Strand vergnügt und in den kleinen Pools rumgefischt, die da übrig bleiben. Auch wenn der spannendste Fund ein Nummernschild und ein toter Krebs war. Die Sonne, der Sand, das Wasser und ich…

And then I was overcome by nostalgia: I bought a spoon net and made real good use of the low tide (beaches are out practically only during low tide here): I went rockpooling and walking the beach for hours. The most exciting finds being a license plate and a dead crab. But who cares, it was just the sun, the sand, the water and I…

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Barbara

Yorkshire | Whitby

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Zum Abschluss dieses Urlaubs fehlt ja neben sportlichen Großereignissen, dem Besuch bei Freunden, eigener sportlicher Betätigung in atemberaubender Landschaft und einem kulturell-historisch ausgerichteten Aufenthalt in der Großstadt nur noch eins: Meer! Die Dosis holte ich mir mit 3 Tagen in Whitby.

To really make sure all is included in this vacation – in addition to attendance at major international sports events, seeing friends, hiking in breathtaking landscapes and a stay focused on cultural and historical highlights in a large city – there was one thing missing: the ocean! I got my dose of the sea in Whitby.

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Für den ersten Tag hatte ich mir die Erkundung von East Whitby vorgenommen. East und West Whitby werden durch den Fluss Esk getrennt und seit 1909 durch eine Schwenkbrücke verbunden.

For the first day I decided to discover East Whitby. East and West Whitby are separated by the river Esk and have been connected via a swing bridge since 1909.

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Kleine Gassen, noch kleinere Hinterhöfe, alte Häuser ohne einen einzigen rechten Winkel, nette Geschäftchen, gemütliche Cafés, James Cook Museum…

Small lanes, even smaller backyards, old houses without a single right angle, nice little shops, cozy cafés, James Cook Museum…

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… aber eigentlich läuft ja alles nur auf die legendären 199 Treppenstufen hinaus, die einen zur St. Mary’s Church bringen…

… but really it’s all about those legendary 199 steps that lead you up to St. Mary’s Church…

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… und, noch viel wichtiger: Whitby Abbey. Sagte mir mal wieder nichts, aber hier wurde Bram Stoker’s Dracula gedreht. Habe ich halt nicht gesehen. Beeindruckend fand ich es trotzdem, das dritte zerstörte Kloster auf dieser Reise. Auch hier (wie bei so vielem in York) sind die Wurzeln skandinavisch.

… and even more importantly: Whitby Abbey. Didn’t mean a thing to me but this is where Bram Stoker’s Dracula was filmed. Well, I haven’t seen that. I still found it impressive, this third destroyed abbey on this trip. Here, as with so many things in York, the roots are also Scandinavian.

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Also muss ich vielleicht doch noch den Dracula-Film gucken? Mal sehen… aber erstmal: auf bald!

So maybe I do have to watch that Dracula movie after all? We’ll see… for now: take care!

Barbara

Yorkshire | York… picture heavy

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Was für ein Fehler!!!! Wir haben nur anderthalb Tage für York eingeplant – besch…eidene Vorbereitung. Und das auch nur per Zufall. Nach dem Wandern noch ein bisschen an die Küste? Och ja, wär doch schön? Noch einen Zwischenstopp einlegen? York liegt auf dem Weg… Nichts, aber auch gar nichts hat mich auf diese Wahnsinnsstadt vorbereitet.

What a mistake!!! We had only planned a day and a half for York – really… And we basically only came by chance. Let’s go to the coast for a bit after the Herriot Way! Yeah, good idea. Maybe with a stopover? What’s on the way? York? Let’s do York then! Nothing, absolutely nothing had prepared me for this fantastic city.

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Allein mit der gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer, die in einem Bereich auf römischen Fundamenten sitzt, hätte ich einen halben Tag verbringen können. Über drei Kilometer stehen noch und die kann man in aller Ruhe ablaufen, dabei die noch erhaltenen Tore durchschreiten und auf einer der hier und da aufgestellten Bänke eine Pause einlegen. Wenn man nicht ganz im Hier und Jetzt bleibt, glaubt man plötzlich, ganz klar einen Wachtposten an einer Mauer lehnen zu sehen, mit Pfeil und Bogen, die volle Nummer. Und man kriegt besondere Einblicke in Hinterhöfe und Gärten.

I could easily have spent a whole morning walking the medieval city wall that’s still there for the most part. More than 3km still exist and you can have a nice stroll on roof level – walking through the medieval gates as well and taking breaks on one of the benches that are set up here and there. And if you don’t make sure to stay here and now it can easily happen that you very clearly see a guard leaning against the wall, bow and arrow, the whole shebang. And you get really unusual insights into yards and gardens.

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Und dann natürlich York Minster, die große Kathedrale. Die überragt alles… und ich habe sie mir auch angesehen… aber ich konnte mich nicht ordentlich darauf konzentrieren, weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, in der Stadt was zu verpassen. Und dabei habe ich das Thema Wikinger in York noch ganz außen vorgelassen.

Then of course York Minster, the huge cathedral. It rises above everything else… and I did go inside to have a look at it… but I couldn’t really concentrate on it because I felt I was missing out on something outside. And I didn’t even as much as scratch the surface of the subject of the vikings in York.

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Aber oha, es kam ja alles noch “schlimmer.” Denn der Zufall wollte es desweiteren so, dass in diesem Jahr die nur einmal alle vier Jahre stattfindenden Mystery Plays (die im Deutschen wohl tatsächlich Mysterienspiel heißen) aufgeführt wurden. Genau an diesem Wochenende. Es ist eine Tradition aus dem Mittelalter, die immer mal wieder eingeschlafen war und in ihrer jetzigen Form seit 1998 wieder aufgeführt wird. Diese Schauspielertruppen ziehen auf bzw. mit Wagen durch die Stadt und halten viermal an, um jeweils viermal ihr Stück aufzuführen. Insgesamt waren es 12 Stück, 600 Schauspieler daran beteiligt. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet (DAS ist offenbar das große Thema mit mir und York – kein Plan!)

But everything became even “worse.” As chance also had it, I had chosen the very weekend of the Mystery Plays being staged. That happens once in four years. It’s a medieval tradition that stopped a few times along the way and has been revived in its current form in 1998. Groups of actors take to the city, pulling and pushing their stages with them on wagons. They stop in four different places and present their play. There was a total of 12 plays involving 600 actors. I had no idea what to expect (and apparently, THAT is the underlying theme of York and me – no clue!).

Schöpfungsgeschichte bis zum 5. Tag (Baugilde) / Creation of the World to the Fifth Day (The Guild of Building)

Schöpfungsgeschichte bis zum 5. Tag (Baugilde) / Creation of the World to the Fifth Day (The Guild of Building) – God being the Master Builder in yellow in this interpretation

Der Tradition entsprechend ist es ein Event, das man kostenlos verfolgen kann. Man stellt sich einfach an eine der vorher bekannten Stellen im Ort, wo es zu einer Aufführung kommen wird und fertig. Oder man macht es sich richtig gemütlich, Picknickdecke und alles – dauert schließlich auch den ganzen Nachmittag. Man kann aber auch für 15 GBP ein Ticket für einen überdachten Sitz buchen (Preis für die erste Hälfte – für die zweite muss ein weiteres gebucht werden)… und rein fototechnisch war das eine gute Idee. Und als zwei Stunden vor Start kurzfristig die Welt unterging und ich mich tragischerweise ungeplant in ein Teehaus zu Scones und Clotted Cream flüchten musste, schien es ein doppelt guter Entschluss.

According to tradition it’s a free event. You just wait at one of the locations where it’s supposed to take place and that’s it. Or you bring a picknick – after all it does take all afternoon. You can also purchase a ticket at 15 GBP per part (there are two parts) to get access to covered seating. I did that and it was a good choice regarding the perspective for the camera and when there were heavy rains about two hours before it started and tragically I needed to flee to a tea room and have a scone with clotted cream, it seemed even a wise decision.

Der Sündenfall / The Fall of Man (The Guild of Freemen with cannon Lee School)

Der Sündenfall / The Fall of Man (The Guild of Freemen with Cannon Lee School)

Nicht nur rein fototechnisch – auch was die Special Effects anging. Ich hatte mir die Tribüne im Dean’s Park ausgesucht, direkt neben dem Minster… nur wenige Schritte von dem Cupcakes verkaufenden rosa Wohnwagen entfernt. In dem Moment, in dem Eva in den Apfel biss, schlug eine Glocke mit extrem dunklen Ton die halbe Stunde…

But not only with regard to the pictures – also what concerns special effects. I had chosen the stand in Dean’s Park, right next to the Minster… only a few steps away from that pink caravan on the pictures above, selling cupcakes. The very moment that Eva takes the first bite from the apple, a really dark bell did the toll on the half hour…

Die Schäfer (Gilde der Schreiber (?) / The Shepherds (The Guild of Scriveners)

Die Schäfer (Gilde der Schreiber (?)) / The Shepherds (The Guild of Scriveners)

Nach diesen wenigen Aufführungen hätte ich mich schon verwünschen können, nur für die erste Hälfte ein Ticket gekauft zu haben. Aber ich dachte, ich muss mir noch soviel anderes ansehen. Ha! Als hätte ich dafür noch die Muße gehabt…

After these few plays already I could have cursed myself for only buying a ticket for the first half. My thinking was that there was so much else to discover. Ha! As if I’d still been in the mood for that…

Kindermord in Bethlehem / Slaughter of the Innocents (Heslington Church)

Kindermord in Bethlehem / Slaughter of the Innocents (Heslington Church)

Es waren auch modernere Interpretationen dabei, wie die des Kindermords in Bethlehem oben – projiziert auf eine x-beliebige Diktatur. Oder auch die direkte Einbeziehung des Publikums:

There were more modern interpretations as well, as with the Massacre of the Innocents above – projected onto any modern dictatorship. Or the interactive play:

Die Ehebrecherin und Die Auferweckung des Lazarus kombiniert in einem Spiel / The Woman taken in Adultery and The Raising of Lazarus combined into one play (York St John University)

Die Ehebrecherin und Die Auferweckung des Lazarus kombiniert in einem Spiel / The Woman taken in Adultery and The Raising of Lazarus combined into one play (York St John University)

Neben der Regie und den schauspielerischen Leistungen haben auch Bühnenbild und Kostüme oft fasziniert:

Stage direction and stagecraft were highlights, as were stage design and costumes:

Die Taufe / The Baptism (HIDden Theatre)

Die Taufe / The Baptism (HIDden Theatre)

Und kann mir bitte einer sagen, an wen mich dieser etwas arrogant angehauchte französische Jesus erinnert (mit dem Strohhut und dem orangen Halstuch)?

And can somebody please tell me who this slightly arrogant French Jesus reminds me of (wearing the straw hat and the orange neckerchief)?

Der Einzug in Jerusalem / Entry into Jerusalem (York Mystery Plays Supporter’s Trust)

Der Einzug in Jerusalem / Entry into Jerusalem (York Mystery Plays Supporter’s Trust)

So… wer am kommenden Sonntag (20.7.14) noch nichts vorhat und in der Nähe ist… oder spontan in der Nähe sein könnte: die Mystery Plays werden noch einmal aufgeführt. Alle Infos inkl. der Möglichkeit, Tickets zu kaufen (NUR online möglich), gibt es hier. Sonst dann wohl 2018 wieder… aber das wird wieder ein WM-Jahr sein und ich muss sagen: es hat mir das Herz geblutet, für dieses Spiel – und das Ergebnis – nicht in Deutschland gewesen zu sein. Doch nun: auf zur Küste!

So… if you happen to be in the area or could spontaneously make it to the area: the Mystery Plays will be staged again this coming Sunday (July 20, 2014). You can find all the info and the tickets (online sale ONLY) here. Or else in 2018 I guess… but that will be another World Cup summer and I have to say: I felt miserable not being in Germany for the final – and the result. But anyhow: to the coast!

Barbara